GRENZÜBERGANGSSTELLEN

 

Während der Berlin-Blockade vom 24. Juni 1948 bis zum 12. Mai 1949 ruht der Interzonenverkehr zwischen Ost- und Westdeutschland nahezu gänzlich. Das Ende der Blockade West-Berlins wird am 4. März 1949 mit dem New Yorker Viermächteabkommen beschlossen. Die Beschränkungen im Berlin-Verkehr wird durch den Oberbefehlshaber der sowjetischen Besatzungsmacht mit Befehl Nr. 56 vom 9. Mai 1949 aufgehoben. Zur gleichen Zeit vereinbart die Generaldirektion der Deutschen Reichsbahn (DR) in Berlin und die westliche Hauptverwaltung in Offenbach (Die Deutsche Bundesbahn - DB – entsteht erst mit Gründung der BRD) die Wiederaufnahme des Zugverkehrs über die Zonengrenze ab den 12. Mai 1949. Für den 11. Mai wird eine abschließende Besprechung in Helmstedt vereinbart. Das Protokoll dieser Besprechung bildete als Helmstedter Abkommen die Grundlage für die künftige Entwicklung des Interzonenverkehrs

 

Auf Grundlage des Helmstedter Abkommens zur Wiederaufnahme des Berlin- und Interzonenverkehrs vom 11. Mai 1949 tritt der grenzüberschreitenden Verkehrs wieder ein, damit verbunden kommt es zu unkontrollierbaren Grenzübertritten und Schmuggellein. Die junge DDR reagiert: Mit Befehl der SKK (Sowjetischen Kontrollkommission) vom 5. Mai 1952 und der am 26. Mai 1952 erlassenen "Verordnung über Maßnahmen an der Demarkationslinie zwischen der DDR und der westlichen Besatzungszonen Deutschlands" werden die bisher eher unstrukturierten Grenzüberwachungsmaßnahmen durch ein spezifiziertes Sicherungs- und Kontrollsystem an allen GÜSten (Grenzübergangsstellen) der DDR und Ost-Berlins einheitlich formiert. Mit dem Bau der Sperranlagen in Berlin werden die Sicherungsmaßnahmen an den GÜSten nochmals drastisch verschärft. Für die Grenzbahnhöfe bedeutet dies, dass die Züge aus der und in die BRD hermetisch vom Betrieb der Deutschen Reichsbahn (DR) getrennt werden.

 

Mit Abschluß des Berliner Vier-Mächte-Abkommens am 3. September 1971, dem Transitabkommen vom 17. Dezember 1971 und dem deutsch-deutschen Grundlagenvertrag am 21. Dezember 1972 wird das Kapitel der deutsch-deutschen Entspannungspolitik eingeleitet. Der Grenzverkehr wird von bundesdeutscher Seite nicht mehr als "Zonenübergang" umschrieben, sondern von nun an spricht man vom "Reiseverkehr zwischen der Bundesrepublik Deutschland un der DDR". Private Reisen - wenn auch nur von West nach Ost - sind wieder zulässig und werden zur Regel. 

 

Seit Juni 1973 können Bewohner von 56 grenznahen Stadt- und Landkreise der BRD in 54 grenznahe DDR-Städte und -Kreise für touristische oder familienbezogene Tagesbesuch (ab August 1984 auch für zwei Tage) mit privaten PKW einreisen. Der Aufenthalt im Grenzgebiet ist grundsätzlich aber nicht erlaubt. Für die Westberliner gibt es seit 1972 vergleichbare Regelungen. Arbeitsfähige DDR-Bürger (für DDR-Rentner ist eine BRD-Reise i.d. Regel seit 1964 erlaubt) können von nun an unter Umständen eine außerordentliche behördlicher Genehmigung zum Besuch von engen Verwandten zu Geburten, Taufen, Konfirmationen, Eheschließungen oder runde Geburtstagen ab den 60. und zu Todesfällen erhalten. Die DDR-Behörden erkannten die Ausweise / Reisepässe der BRD von Bürgern mit Wohnsitz in West-Berlin nicht an. West-Berliner müssen mit ihrem "behelfsmäßigen Berliner Personalausweis" vor der Einreise einen Berechtigungsschein für ein Tages- oder Mehrfachvisum bei einem der fünf DDR-Büros in West-Berlin für "Besuchs- und Reiseangelegenheiten" beantragen. Die Ausreise muss hierbei bis spätestens 24 Uhr durchgeführt sein. Eine Übernachtung in Ost-Berlin ist i.d. Regel nicht zulässig. Zwischen West-Berlin und der BRD gibt es direkte Flugverbindungen, dies ist die einzige Möglichkeit, ohne Kontrolle der DDR-Organe von und nach West-Berlin zu reisen. Der Anflug nach West-Berlin erfolgt ausschließlich durch Flugzeuge der drei westalliierten Siegermächte über drei fest vereinbarte Luftkorridore. Zwischen der DDR und der BRD (außer während der Leipziger Messe) gibt es keine direkten Flugverbindungen. Anders als in den westlichen Ländern (Visaerteilung über die Botschaften) erfolgt in der DDR die Erteilung von Visa (Transit- und Einreisevisa) zum überwiegenden Teil direkt an den GÜSten. Damit verbunden ist ein erheblicher personeller und organisatorischer Aufwand, der die zahlenmäßige Stärke der Passkontrolleinheiten und die räumliche Dimension erklärte.

 

Das Gesetz über die Staatsgrenze der DDR vom 25. März 1982 legt im §9 fest, dass die Staatsgrenze ausschließlich über GÜSten passiert werden darf. Der Ministerrat der DDR entscheidet über Eröffnung und Schließung von GÜSten. Darüber hinaus ist die DDR-Regierung ermächtigt, die Art des Verkehrs an den GÜSten festzulegen. Im Interesse der Sicherheit kann der MfNV die zeitweilige Schließung von GÜSten anordnen.

 

Während der gesamten Zeit der deutschen Teilung bestehen Sonderregelungen für die Alliierten Streitkräfte. Sie werden grundsätzlich nie von DDR-Bediensteten kontrolliert. Die Kontrolle erfolgt ausschließlich untereinander. 

580m vor der DDR-Staatsgrenze Duderstedt (BRD) erstreckt sich der Bereich der Kfz-Vorkontrolle der Ausreise. Gut zu erkennen ist links der sogenannte "Mühlenturm" (Bj. 1930), der zur Errichtung der GÜSt Worbis im Jahr 1972 als Beobachtungsturm und als Grenzinformationspunkt (GIP 8) ausgebaut und erhöht wurde. Das Foto und der folgende Lageplan stammen aus dem "MfS-Auskunftsdokument für die Straßenübergangsstelle Katergorie II in Worbis" aus dem Jahr 1989. (Privatarchiv d. Verf.)  

Lageplan GÜSt Worbis des "MfS-Auskunftsdokument für die Straßenübergangsstelle Katergorie II in Worbis" aus dem Jahr 1989. (Privatarchiv d. Verf.) 

 

An den GÜSten erfolgt eine Paß-, Zoll-, medizinisch-sanitäre, veterinärhygienische und phytosanitäre Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs durch die Organe der Paßkontrolleinheit (MfS Angehörige der HA VI/Abtl. 6 in GT-Uniformen) und der Zollverwaltung der DDR. Der direkte GÜSt-Bereich, in dem Personen, Güter und Fahrzeuge des grenzüberschreitenden Verkehrs kontrolliert und abgefertigt werden, bezeichnete man als "Kontrollterritorium". 

 

Dienstobjekten, Gebäude zur Unterbringung, Versorgung und die Endpunkte der festgelegten Kontrollstrecken werden als "Raum der Sicherstellung" bezeichnet. Hier gewährleisteten die GT und Kräfte des MdI (DVP sowie Transportpolizei) die Sicherheit und Ordnung im "Raum der Sicherstellung" und auf den zugeordneten Verkehrswegen.

 

GÜSt-Eisenbahnnetz

 

Der Durchgangsbahnhof Schwanheide - hier im Frühjahr 2005 - wurde zur DDR-Zeit als Eisenbahn-GÜSt zwischen der Bahnstrecke Berlin-Hamburg mit drei Kontrollgleisen, den Grenzabfertigungsanlagen und -gebäuden sowie einer Beschaubrücke ausgebaut. Das Foto zeigt links das PKE-Dienstgebäude, die Bahngleisstrecke nach Büchen (BRD) und rechts das alte Bahnhofsgebäude. (Privatarchiv d. Verf.)

Gesamtübersicht der Eisenbahn-GÜSt Schwanheide im April 1982 mit östlicher Blickrichtung nach Boizenburg. Gut zu erkennen rechts von der Bahnstrecke das große helle PKE-Gebäude. (Privatarchiv d. Verf.)  

 

Grenzübergangsstellen an der Staatsgrenze zur BRD um 1985 (von Nord nach Süd verlaufend):

 

ÜbergangsartDDRBRDVerkehrswegBesonderheit
     
StraßeSelmsdorfLübeck-SchlutupF 104-
Straße ZarrentinGudowA 24 (Transit) f.d. Berlin-Transit 
StraßeHorstLauenburgF 5einzige Übergangsmöglichkeit für Fahrrad, Moped und Traktoren
StraßeSalzwedel Bergen/Dumme F 71-
StraßeMarienbornHelmstedtA 2 (Transit)"Checkpoint Alpha" f. alliierte Militärangehörige u.f.d. Berlin-Transit 
StraßeWorbisDuderstadtF 247-
StraßeWarthaHerleshausenA 4 (Transit)f.d. Berlin-Transit
StraßeMeiningenEußenhausenF 19-
Straße EisfeldRottenbachF 4-
StraßeHirschbergRudolphsteinA 9 (Transit)f.d. Berlin-Transit
     
EisenbahnHerrnburgLübeckRostock-Hamburgkein Berlin-Transit
EisenbahnSchwanheideBüchenBerlin-Hamburg-
EisenbahnOebisfeldeVorsfelde Berlin-Hannoverkein Berlin-Transit
EisenbahnMarienbornHelmstedtMagdeburg-Hannover -
EisenbahnEllrichWalkenried Nordhausen - Northeimnur Güterverkehr
EisenbahnGerstungenBebraErfurt-Frankfurt/M.-
EisenbahnProbstzellaLudwigstadt Saalfeld-Nürnberg-
EisenbahnGutenfürst-VogtlandHof/Saale Leipzig-München-
     
Binnengewässer CumlosenSchnackenburgElbe nur Güterverkehr 
BinnengewässerBuchhorstVorsfelde  Weser-Elbe-Kanal nur Güterverkehr

 

GÜSt-Kommandeure GKN und GKS:

Marienborn (Autobahn oder Eisenbahn ? ) - Oberst Mann ( ? )

Warta (Autobahn) - Oberst Gerhard Schöneberg ( ? )  

 

Dampflok 503688-4 (Bw Gerstungen) vor Stellwerk und GT-Beobachtungsturm am 20.0.1992 auf dem Bahngelände des ehemaligen Eisenbahn-GÜSt Gerstungen auf der Bahnstrecke zwischen Erfurt und Frankfurt/M. (Privatarchiv d. Verf.)  

 

Grenzübergangsstellen nach West-Berlin um 1985 (von Nord, Ost, Süd nach West verlaufend):

 

ÜbergangsartOst-BerlinWest-BerlinVerkehrswegBesonderheit
     
Straße und FußgängerBornholmer StraßeBösebrückeStBz. Prenzlauer Berg und Weddingf. West-Berliner, BRD- u. DDR-Bürger sowie Diplomaten
Straße und FußgängerChausseestraße ChausseestraßeStBz. Mitte und Weddingf. West-Berliner und DDR-Bürger
Straße und FußgängerInvalidenstraße SandkrugbrückeStBz. Mitte und Tiergartenf. West-Berliner und DDR-Bürger
Straße und Fußgänger FriedrichstraßeZimmerstraße StBz. Mitte und Kreuzberg "Checkpoint Charlie" f. alliierte Militärangehörige, Ausländer, DDR-Bürger und Diplomaten 
Straße und FußgängerHeinrich-Heine-StraßeHeinrich-Heine-StraßeStBz. Mitte und Kreuzbergf. BRD- und DDR-Bürger sowie Diplomaten 
Straße und Fußgänger Sonnenallee Sonnenallee StBz. Treptow und Neukölln f. West-Berliner und DDR-Bürger
Straße und Fußgänger Walterdorfer Chaussee Rudower Chaussee F 179 f. West-Berliner und Ausländer, nur zum Flughafen Schönefeld f. West-Berliner auch in die DDR
Straße Lichtenrade/Mahlow Mariendorfer Damm 

F 96

 

nur für West-Berliner Entsorgungs- und Stadtreinigungsbetriebe  
Straße  Dreilinden Drewitz A 115 "Checkpoint Bravo" f. alliierte Militärangehörige u.f.d. Transitverkehr
Straße  Glienicker Brücke Königstraße Potsdam und Berlin-Wannsee f. alliierte Militärangehörige 
Straße Heerstraße Staaken F 5 f. Transitverkehr 
Straße Stolpe Heiligensee A 111 f. Transitverkehr 
     
Eisenbahn Friedrichstraße  (ganz in Ost-Berlin gelegen) StBz. Mitte und TiergartenPersonenverkehr f.West-Berliner, BRD-, DDR-Bürger, Ausländer und Ausländer mit S- und U-Bahn sowie Fernzüge 
Eisenbahn Griebnitz Wannsee Potsdam und berlin-Steglitz Güterverkehr  
Eisenbahn Staaken Spandau Wustermark und Berlin-Spandau Güter-und Personenverkehr 
     
Binnengewässer Marschallbrücke MarschallbrückeStBz. Mitte und Tiergarten nur Güterverkehr 
Binnengewässer Osthafen Osthafen StBz. Friedrichshain und Kreuzberg "Spreekanal" nur Güterverkehr
Binnengewässer Britzer-Zweigkanal Britzer-Zweigkanal StBz. Karlshorst und Neuköllnnur Güterverkehr 
Binnengewässer Dreilinden Kleinmachnow Potsdam / Steglitz "Teltowkanal" nur Güterverkehr
Binnengewässer Nedlitz Jungfernsee Potsdam / Groß Glienicke"Untere Havel-Wasserstraße" nur Güterverkehr  
Binnengewässer HennigsdorfNieder-Neuendorfer SeeHennigsdorf / Tegel "Havelkanal" nur Güterverkehr 
     
Fußgänger Oberbaumbrücke OberbaumbrückeStBz. Friedrichshain und Kreuzberg f. West-Berliner und DDR-Bürger 
Fußgänger Bürgerablage Niederneuendorfer Allee  Henningsdorf / Berlin-SpandauZugang der Exklaven Erlengrund und Fichtewiese f. West-Berliner Kleingärtner

 

GüSt-Kommandeure GKM:

Berlin-Friedrichstraße - Oberst Heinz Herbst ( ? ) 

 

Eine Darstellung zum Aufbau der FüSt der GÜSt Bhf. Friedrichstraße von einem Unterfeldwebel des 1. Zug in der 7. SiK (SiR-26, Berlin-Niederschönhausen) um 1980:

 

"... der Führungspunkt der GÜSt Bhf. Friedrichstraße befand sich in dem nordöstlichen Teil des Bahnhofes unterhalb des damaligen S-Bahnsteiges des DDR-Netzes. Der Zugang erfolgte über einen Vorraum von der Straße „Reichtstagufer“. Er bestand aus 4 Räumen: Zimmer des DH GÜSt, Zimmer des Kommandeurs der eingesetzten SiK 1-4 und ZF-Leitstelle für die Bhf.-GÜSt, Bereitschaftszimmer für Fahrer/Posten des Kommandeurs und ZF von der SiK1-4 sowie des Postens des DH und der Bhf.-Streife aus der 7.SiK, Raum zur Aufbewahrung der AK47-Waffen der Posten und sonstiger Gegenstände). Eine Toilette gab es in dem Vorraum zur Straße hin. Die Türen des Führungspunktes konnten nur von Innen geöffnet werden und er musste deshalb immer besetzt sein. Von dort gelangte man über weitere Räume und Treppen in den Westteil des Bahnhofes…“ 

PKE-Kontrollterritorium in Richtung Berlin-West. (Abbildung mit freundlicher Genehmigung der Privatsammlung K.-P. Fitzner) 

 

Grenzübergangsstellen an der Staatsgrenze zur CSSR um 1985 (von West nach Ost verlaufend):

 

ÜbergangsartDDRCSSRVerkehrswegBesonderheit
     
Straße Schönberg ChebF 92 -
Straße  Oberwiesenthal Bozi Dar F 95 
Straße Zinnwald CinovecF 170 f.d. Berlin-Transit
Straße Schmilka Hrensko F 172 





Eisenbahn BrambachCheb Leipzig-Cheb -
Eisenbahn Königstein Decin Dresden-Usti nad Labem 
Eisenbahn Ebersbach RybnisteGörlitz - Novy Bor 
Eisenbahn Zittau Hradek  Bautzen - Liberec 
     
Binnengewässer Bad Schandau HrenskoElbe -

 

Ein DDR-Hängerzug mit LIAZ-Motorwagen an der LKW-Abfertigung zur Einreise mit Trennung der Abfertigungen Zoll und PKE der GÜSt Dreilinden-Drewitz. (Privatarchiv d. Verf.) 

 

Grenzübergangsstellen an der Staatsgrenze zur VR Polen um 1985 (von Süd nach Nord verlaufend):

 

ÜbergangsartDDRVR PolenVerkehrswegBesonderheit
     
Straße  Zittau SieniawkaF 178 
Straße GörlitzZgorzelec  F 6 f.d. Berlin-Transit 
Straße Forst OlszynaA 15f.d. Berlin-Transit 
Straße Guben Gubin F 97 -
Straße Frankfurt/O. Swiecko A 12 f.d. Berlin-Transit 
StraßeSchwedt/O.Krajnik DolnyF166-
Straße PomellenKolbaskowoA 11 f.d. Berlin-Transit 
Straße Linken DolujeF 104
Straße AhlbeckSwinoujscieF 111 





Eisenbahn Görlitz Zgorzelec (VRP)Görlitz - Legnica -
Eisenbahn Bad Muskau  Leknica (VRP) Bautzen - Poznan -
Eisenbahn Forst Zasieki (VRP) Cottbus - Zielona-Gora
Eisenbahn Guben Gubin (VRP)Cottbus - Poznan 
Eisenbahn Frankfurt/O. Slubice (VRP) Berlin - Poznan-
Eisenbahn Kietz Kostrzyn (VRP) Berlin - Gdansk 
Eisenbahn Tantow Kolbaskowo (VRP) Berlin - Szczecin
Eisenbahn Grambow Gumience (VRP)Neubrandenburg - Szczecin 
     
Binnengewässer Fürstenberg Krzesin (VRP) Oder
Binnengewässer Gartz Gryfino (VRP) Oder 
Binnengewässer Kornin Nowe Warpno (VRP) Oderhaff 
     
FußgängerGubenGubin (VRP)--
Fußgänger Frankfurt/O. Slubice (VRP) -

 

Ehrengeschenk zum 10 jährigen Bestehen der Straßen-GÜSt Schwedt/Oder - Krahnik Dolny. (Privatarchiv d. Verf.)  

 

Grenzübergangsstellen an der Ostsee nach Skandinavien um 1985 (von Ost nach West verlaufend):

 

ÜbergangsartDDRSkandinavienVerkehrswegBesonderheit
     
OstseefähreSaßnitzTrelleborg (S) und Ronne (DK)DDR - Schweden/Dänemark-
Ostseefähre WarnemündeGedser (DK)DDR - Dänemark-

 

 

Grenzübergangsstellen auf den internationalen DDR-Flughäfen um 1985 (von Nord nach Süd verlaufend):

 

ÜbergangsartOrtBezeichnungVerkehrswegBesonderheit
     
Flughafen BerlinSchönefeldInternational 
Flughafen LeipzigSchkeuditzInternational 

 

 

Von den GT-Kommandanten (GT-Offizier mit Dienstgrad: Oberstleutnant bis Oberst) der GÜSte wird folgende Aufgaben im "Raum der Sicherstellung"  übernommen: 

  • Sicherung der Zugänge zu den Kontrollterritorien, 
  • Durchsetzung der in den "Dokumenten des Zusammenwirkens" (PKE, Zoll, DVP und GT) festgelegten Ordnung,
  • Führung aller bewaffneten Organe an den GÜSTen,
  • Sicherung und Regulierung des Passierens des Kontrollterritoriums bei Unfällen oder Havarien,
  • Gewährleistung der Übergabe und Übernahme von Personen und Sachgütern "über die Staatsgrenze durch dazu Beauftragte".  

 

Der leitende PKE-Offizier (MfS-Offizier in GT-Uniform mit Dienstgrad: Major) ist im "Kontrollterritorium" verantwortlich für: 

  • Sicherung und Ordnung bei der Kontrolle der Personen und Transportmittel in den Kontrollterritorien,
  • Bedienung der Sicherungsanlagen innnerhalb des Kontrollterritorien der Grenzübergangsstellen und an ihren Zugängen, 
  • Die Ausübrung der Kontrolle über das Betreten und Verlassen der Kontrollterritorien, 
  • Organisation des Ablaufs der Kontrollhandlungen an allen GÜSten und des Verkehrsflusses in den Kontrollterritorien in Abstimmung mit dem Leiter des Grenzzollamtes (GZA),  
  • die Bedienung der Lichtsignalanlagen sowie anderer Verkehrsregulierungs- und Verkehrsleiteinrichtungen in den Handlungsräumen der PKE an den GÜSten,  
  • Die Übernahme der von den GT an den GÜSten festgenommenen Personen,
  • Koordinierung der Instandsetzungs- und Instandhaltungsmaßnahmen mit den Leitern der GZA und an den GüSten tätigen zivilen Institutionen sowie die Übergabe der Forderungen an den GT-Kommandanten. 

Die o.g. Aufgabenzuordnungen lassen erkennen, dass die PKE-Angehörigen (MfS-HA IV) die Befehlsgewalt im Bereich des GÜSt-Kontrollterritoriums haben.

Zugangsberechtigung für den Schutzstreifen (roter DVP-Genehmigungsstempel) im Wehrdienstausweis eines PKE-Offiziers, der außerhalb des Schutzstreifens seinen Wohnsitz hatte. Rechts der Dienststellenausweis des Offiziers mit Berechtigung zum Betreten des Kontrollterritoriums des GÜSt-Worbis. (Privatarchiv d. Verf.)  

Interessantes Dokument (Empfangskarten für Dienstwaffe und Monition): Neben der für Offiziere üblichen persönlichen Waffe (Pistole M „Makarov“) wurde dem PKE-Offizier des GÜSt-Worbis in der brisanten Zeit kurz vor der DDR-Grenzöffnung am 22.Oktober 1989 zusätzlich eine Maschinenpistole vom Typ MPi-K.m.S-72 mit 60 Stck. M43-Munition zugewiesen. (Privatarchiv d. Verf.)    

 

Den "Raum der Sicherstellung" bewachen besondere GÜSt-Sicherungseinheiten (SiK = Sicherungskompanien der GT) der zuständigen GR. Die Kontrollterritorien werden durch mehrere Zäune umgeben, Ssperreinrichtungen sind hier besonders aufwendig errichtet und überwacht. Es gibt immer mindestens einen Beobachtungsturm. Alle GÜSte werden nachts durch Flächenbeleuchtungsanlagen taghell ausgeleuchtet. 

Angehörige der Sicherungskompanie des GÜSt Marienborn mit ihren Kommandeur - Oberst Mann - im Traditionszimmer der SiK-Einheit. (Privatarchiv d. Verf.)  

 


Quelle:

Peter Joachim Lapp, "Gefechtsdienst im Frieden", Bernard & Graefe Verlag Bonn - 1999

- Dominik Trutkowski, "Der geteilte Ostblock", Böhlau Verlag Köln - 2011

- "Mit den Autos kommt die Ideologie", Mitteldeutscher Verlag, Halle - 2016

 

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