EHRENNAMEN DER GT-TRUPPENTEILE 

(Alphabetisch geordnet)

 

Die Ehrennamen der Truppenteile der Grenztruppen der DDR stehen im unmittelbaren Zusammenhang mit der Geschichte der Grenzpolizei bzw. der Grenztruppen oder mit der revolutionären sowie kommunistischen Geschichte Deutschlands bzw. der sozialistischen Bruderländer. Die Verleihung der Ehrennamen steht grundsätzlich im Zusammenhang mit offiziellen Feiertagen der DDR bzw. Jubiläen von sozialistisch-kommunistischen Personen und Ereignissen; so z.B. dem Gründungstag der DDR, der NVA oder der Grenztruppen, dem Tag der Arbeit.

Mitteilung des NEUES DEUTSCHLAND am 2. Dezember 1986. (Privatarchiv d. Verf..)

 

ABSHAGEN, ROBERT

(Grenzregiment 8 in Grabow) – verliehen am 1. März 1974.

Robert Abshagen (geb. 12. Januar 1911 in Hamburg, gest. 10. Juli 1944 in Hamburg) ist ein deutscher Kommunist und antifaschistischer Widerstandskämpfer. Beruflich ist Abshagen zunächst Versicherungsangestellter und später Seemann und Bauarbeiter. 1931 wird er Angehöriger der KPD. Gleich 1933 beteiligt er sich am Widerstandskampf gegen den Nationalsozialismus in Hamburg. 1934 wird er wegen „Vorbereitung zum Hochverrat zu zweieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach dieser Gefängnisstrafe wird er in das KZ Sachsenhausen bis 1939 verbracht und wird dort im Krankenrevier eingesetzt. Nach seiner Haft knüpft er Kontakt zu Bernhard Bästlein und Franz Jacob. Der letzte Wohnort ist Hamburg Barmbek (Wachtelstraße 4); hier ist heute ein „Stolperstein“ vor dem Wohnhaus verlegt. Im Zusammenhang mit der Fahndung nach der Roten Kapelle“ wird 1942 Abshagen durch die Gestapo-Sonderkommission festgenommen. Am 2. Mai 1944 wird er vor dem Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Dieses Urteil wird am 10. Juli 1944 in Hamburg durch Enthauptung vollstreckt.

 

APPORTIN, SIEGFRIED

(3. Grenzkompanie im GR-6 in Palingen) – verliehen am 1. Dezember 1987. Siegfried Apportin wird am 30. November 1930 geboren. Nach Abschluss der Malerlehre in Güstrow meldet sich Siegfried Apportin 1948 freiwillig zum Dienst bei der DGP. Der junge Grenzpolizist ist in Palingen (Nähe Herrnburg) stationiert. Am 2. Juli 1950 begibt sich Apportin das letzte Mal mit einem Dienstkameraden auf Grenzstreife. Ein Schuss des Kameraden trifft Apportin aus nächster Nähe; die Kugel durchschlägt die Halsschlagader und lässt das Opfer verbluten. In einer Veröffentlichung der Politischen Verwaltung der GT aus dem jahre 1983 wird der Schütze als „Verräter“ und „Handlanger des deutschen Imperialismus“ bezeichnet. So hätte dieser den Auftrag gehabt, Apportin zur Fahnenflucht zu überreden. Der Angesprochene sei jedoch standhaft geblieben. So hätte der Täter geschossen und sich in die BRD abgesetzt. Der Täter sei dort nie verurteilt worden. Gleichwohl berichten andere  Quellen, dass der Täter – Leo Köpke -vor dem Lübecker Landgericht wegen vorsätzlicher Tötung 1951 angeklagt wurde und schließlich wegen fahrlässiger Tötung zu drei Monaten Gefängnis verurteilt wird.

 

BAHNIK, WILHELM

(Grenzregiment 23 in Kalbe) – verliehen am 1. März 1973.

Wilhelm Bahnik wird als Sohn einer Aushilfsköchin und eines Eisenbahnerarbeites  am 15. Mai 1900 in Gnesen (Provinz Posen) geboren. 1919 zieht die Familie nach Magdeburg. 1921 tritt Wilhelm Bahnik der SPD bei und wechselt 1923 zur KPD. 1925 wird er dort Mitglied der KPD-Bezirksleitung und ist mit „militärpolitischen Aufgaben“ betraut. 1927 wird er wegen Vorbereitung zum Hochverrat mit Vergehen gegen das Republikschutzgesetz und wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu zwei Jahren und neun Monaten Festungshaft und 350 Mark Geldstrafe verurteilt. 1928 kommt er aber im Rahmen einer Amnestie wieder frei. Die KPD sendet ihn 1930 zum Studium nach Moskau. Anschließend übernimmt er leitende Funktionen in der Partei. Nach dem Machtantritt der NSDAP taucht Wilhelm Bahnik unter und leitet in Berlin den KPD-Nachrichtendienst. 1935 flüchtet er in die Sowjetunion. Nach dem Aufruf des ZK der KPD zur Unterstützung der Republik Spanien gegen die faschistischen Putschisten meldet Wilhelm Bahnik sich 1936 als Freiwilliger für die Spanische Volksfront. Als Offizier wird er in die Edgar-André-Bataillon der XI. Internationalen Brigade rekrutiert. Bei Kampfhandlungen wird er schwer verwundet. Am 12. März 1983 erschießt sich Wilhelm Bahnik bei einer Rast in den Bergen Aragoniens selbst; er möchte seinen Kampfgefährten beim  Rückzugsvorhaben nicht zur Last werden. 

 

v. GNEISENAU, NEIDHARDT

(Grenzregiment 25 in Oschersleben) – verliehen am 1. März 1968. Neidhardt von Gneisenau…

 

HECKERT, FRITZ

(Grenzregiment 24 in Salzwedel) – verliehen am (?). Fritz Heckert…

 

HOFERT, GERHARD

(11. Grenzkompanie im GR-6 in Schlagbrügge) – verliehen am 1. Dezember 1987. Gerhard Hofert…

 

HOOP, MARTIN 

(Grenzausbildungsregiment 7 in Halberstadt) – verliehen am 1. März 1972. Martin Hoop …


JAHN, HERMANN

("Hermann-Jahn-Kaserne" GKS in Erfurt) - verliehen am (?). Hermann Jahn ...

 

KNOSPE, EBERHARD

(7. Grenzkompanie im GR-23 in Sommersdorf) – verliehen am 1. Dezember 1987

 

KOLLWITZ, HANS

(Grenzregiment 6 in Schönberg) – verliehen am 1. Dezember 1986. Hans Kollwitz …

 

KUNTZ, ALBERT

(Hubschrauberstaffel 16 in Nordhausen) – verliehen am 1. Dezember 1986. Albert Kuntz…

 

LUXEMBURG, ROSA

(Offiziershochschule in Suhl) – verliehen am 1. März 1964.  Rosa Luxemburg…

 

MEIER, LUTZ

(7. Grenzkompanie im GR-20 in Schierke) – verliehen am 1. Dezember 1968. Lutz Meier…


NELTE, OTTO

(Artillerieregiment-26 in Berlin-Johannistal) - verliehen am 1. März 1976.

Otto Nelte wird am 4. Dezember 1898 in Berlin-Adlershof geboren und wird Metallarbeiter und Kunstformer von Beruf. 1921 schließt er sich der KPD an. Im Mai 1933 wird er zum ersten Mal verhaftet und für mehrere Wochen inhaftiert. In der Haftzeit im Gefängnis Papestraße wird er schwer gefoltert und misshandelt. Nach seiner Freilassung nimmt Nelte seine Tätigkeit im Widerstand wieder auf und übernimmt verschiedene Parteifunktionen; so wird er 1936 Mitglied der illegalen KPD-Unterbezirksleitung Adlershof / Bohnsdorf / Alt-Glienicke, im Frühjahr 1938 wird er Politischer Leiter der kommunistischen Gruppen in den südöstliche Bezirken Berlins. Im Mai 1939 unterrichtet ihn der aus Dänemark kommende KPD-Instrukteur Willi Gall über die Berner Konferenz der KPD. In mehreren Flugschriften ruft Nelte zur Einheit aller Gegner des Nationalsozialismus und zur Verhinderung eines drohenden Krieges auf. Am 7. Dezember 1939 wird Nelte erneuert von der Gestapo verhaftet. Schließlich wird er am 23. Januar 1941 zusammen mit Willi Gall vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 25. Juli 1941 im Zuchthaus Berlin-Plötzensee hingerichtet.

 

SCHULZE, FIETE

(Der Ehrenname "Fiete Schulze" wird dem TT am 1. Dezember 1985 verliehen.  

Vor der TT-Ernennung erfährt anlässlich des 75. Geburtstags des von den NAtionalsozialisten hingerichteten deutschen Widerstandskämpfers die Kaserne in der Ulmenstraße in Rostock und die Straße selbst am 22.10.1969 die Umbenennung zum Ehrennahmen. Parallel wird auf dem Kasernengelände mit Teilnahme der Tochter Wilma eine Gedenkstein enthüllt.

 

SCHULTZ, EGON

(Unteroffiziersschule VI in Perleberg) – verliehen am 1. März 1974. Egon Schulz ….

 

SCHWANTES, MARTIN

(Grenzregiment 20 in Halberstadt) – verliehen am 7. Oktober 1972. Martin Schwantes …

 

SOBOTTKA, GUSTAV

(Grenzausbildungsregiment 5 in Glöwen) – verliehen am 1. März 1975. Gustav Sobottka …

 


 

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