GRENZSICHERUNGSBOOTE (für den Einsatz auf Flüssen und Binnengewässern)            

(chronologisch geordnet)                                                                                                                                                           

                                                                                                                                                                                          

Grenzsicherungsboot Baureihe "GSB 066" 

Zwischen 1966 und 1973 werden 113 Stück auf dem Gelände desr ehemaligen Erprobungsstelle der Deutschen Luftwaffe im VEB Schiffswerk Rechlin/Müritz gebaut. Bei den Grenztruppen der DDR werden insgesamt 77 Stück für den Grenzdienst an den Binnengrenzgewässern der Oberelbe (ca. 90km), dem Schaalsee und der Spree in Berlin in Dienst gestellt. Die weiteren Boote gehen in die CSSR (30 Boote), in die Volksrepublik Bulgarien (5 Boote) und ein Boot in die Sowjetunion. Die Standardbesatzung im Grenzdienst besteht aus drei Mann. 1971 wurden 30 Stck. der Grenztruppen-Boote mit CSSR-Radargeräten aufgerüstet. Nach Einführung der moderneren Baureihe GSB 075 (ab 1974) werden einige der 066-Boote an die Wasserschutzpolizei übergeben. Ein Teil der Boote verblieb jedoch bis 1990 im Einsatz bei den Grenztruppen. Ein weiterer Teil der 066-Boote wird nach Einführung der Baureihe "075" besonders wegen der robusten und zuverlässigen schwedischen Volvo-Penta-Motoren als Ersatzteilreserve zurückgehalten.   

Grenzboot GSB 066 mit Kennung "G 630" der Bootskompanie in Dömitz (GR-8). Seit 1975 wird ein "G" für "Grenztruppen der DDR" zur 3-stelligen Bootskennnummer geführt. Das Grenzboot ist an einer Elbbuhne unterhalb einer FüSt  am GSZ I zwischen Tripkau und Neu Bleckede angelandet. (Fotoaufnahme vom 08. Juli 1984 - mit freundlicher Genehmigung der Privatsammlung C. Tiedemann)

Ca. 1m langes RC-Modell eines GSB 066. (Privatarchiv des Verf.)

 

Technische Daten und Informationen: 

Gesamtlänge9,65 m
Gesamtbreite 3,20 m
Gesamthöhe3,10 m
Gesamttiefgang0,68 m
Einsatzgewicht 3,78 t
Besatzung3
Höchstgeschwindigkeit
55 km/h
Antriebsleistung 2x 150 PS V6 Volvo Penta "Aquamatic 150B/200"

1974-76 wurde in 62 Grenztruppenbooten ein neuer 6 Zyl.-Reihenmotor 2x 170 PS und 1978-80 nochmals in 30 Booten ein neuer V8 Motor 2x 225 PS eingebaut.

Der Bootskörper ist aus einer Aluminiumlegierung in kombinierter Niet- und Schweißkonstruktion hergestellt. Das Festigkeitssystem des Bootskörpers besteht aus 24 Rahmenspanten mit 10 Boden- und 2 Seitenlängsstringern in Leichtbauweise. 


Grenzsicherungsboot Baureihe "GSB 075"  

Zwischen 1974 und 1984 wurden insgesamt 89 Stück in 5 Varianten auf dem VEB Schiffswerk Rechlin/Müritz gebaut. Die bewaffneten Organe der DDR (Grenztruppen und Wasserschutzpolizei) erhielten insgesamt 50 Boote (34 Stck Typ 075.5 und 16 Stck. Typ 075.9). Die Boote waren für den Einsatz als Binnen-, Hafen- und Redegewässer ausgelegt. Bei den Grenztruppen wurden sie als Sicherungs- und Patrouillenboote für den Grenzdienst auf den Binnengrenzgewässern der Oberelbe, dem Schaalsee und der Spree in Berlin im Tages- und Nachteinsatz geführt. Die Standardbesatzung im Grenzdienst bestand aus drei Mann. 27 der produzierten Boote gingen in die CSSR und 12 weitere nach Afrika.  

Grenzboot GSB 075 (Kennung "G 742") des Bootszugs im II.GB/GR-8 in Horst bei Boizenburg/Elbe. (Fotoaufnahme vom 26. Juni 1988 - mit freundlicher Genehmigung der Privatsammlung C. Tiedemann)

 

Technische Daten und Informationen:

Gesamtlänge9,75 m
Gesamtbreite 3,20 m
Gesamthöhe2,90 m
Gesamttiefgang0,80 m
Einsatzgewicht4,40 t
Besatzung3
Höchstgeschwindigkeit
45 km/h
Antriebsleistung 2x 140 PS 8 Zyl. ZIL "ZMZ 41/M2"

Der Bootskörper in Knickspantform ist aus glasfaserverstärkten, ungesättigtem Polyesterharz (GUP) im Handauflegeverfahren aus den beiden Hauptelementen "Unterer Bootskörper" und "Deck mit Kabinenaufbau" hergestellt. Die verbindung dieser Hauptelemente erfolgt über einen Klebeflansch, der von einer Gummi-Scheuerleiste abgedeckt wird. 


Grenzsicherungsboot Baureihe "GSB 12"

Unter der Baureihennummer "1102 Typ 406 R" entstanden ab 1977 im "VEB Yachtwerft Berlin" 11 Stck. Serienboote für die Bootsgruppen der Grenztruppen der DDR mit den Kennungen "G41" bis ""G51". Die Bootsreihe war für den Tag- und Nachteinsatz in jeder Jahreszeit konzipiert; auch im Winter konnte das Boot bei einer 30 mm Eisdicke noch eingestzt werden. Der Bootskörper ist in 1.) Vorpiek, 2.) Kajüte, 3. Plicht und 4.) Hinterpiek unterteilt.

Graphische Steuerbord- und Deckaufsichtansicht des Grenzsicherungsboot Typ "GSB 12" (Abbildung aus "Einführungsbestimmung A 018/1/107 - Beschreibung und Nutzung" Chef des Pionierwesen der NVA , 1979  - Privatarchiv des Verf.)
 

Technische Daten und Informationen:

Gesamtlänge11,80 m
Gesamtbreite2,87 m
Gesamttiefgang0,94 m
Besatzung 3
Verdrängung 7,80 t 
Höchstgeschwindigkeit 
25 km/h
Antrieb1x 140 PS 6 VD 14,5/12-1 SRW
  

Der verschweißte Stahlbaurumpf ist in Querspantbauweise hergestellt. Die Bekleidung und Aufbauten sind aus Aluminium gefertigt.   

 

GRENZSICHERUNGSBOOTE (für den Einsatz in Küsten- und Hafengewässern)        

(chronologisch geordnet)

 

Hafenbarkasse Typ 012 / Streckenboot 12,3m

Zu Ende 1950 entwickelt und baut die Yachtwerft Berlin-Köpenick ein Polizei-Hafenboot mit der Werft-Projekt-Nummer 012 (allgemein als „Streckenboot“ bezeichnet) den ersten Bootsneubau in einer Serie von 14 Booten für die GP-Küste. Mitte 1951 erfolgt die Zuführung von 9 Hafenbarkassen an die Grenzbereitschaft Nord (Küste). Das Boot ist aus Schiffsbaustahl in kombinierter Niet-Schweißbauweise und einem von der Vorpiek bis zur 2,8m langen Achterplicht reichenden Holz-Kajütenaufbau aufgebaut. Als Antrieb dient ein Dieselmotor vom Typ SW-4 mit 130 PS vom Sachsenringwerk Zwickau. Die Boote werden zum Grenzdienst (Kontrolle und Überwachung) auf den Ansteuerungen zu DDR-Häfen und den Seewasserstraßen im Bereich der Insel Ruden, der Nordansteuerung Stralsund sowie an der Grenze zur VR Polen im Oderhaff, aber später auch  - ab 1961 - als schwimmende Kontrollpunkte auf der Spree in Berlin eingesetzt. Ab 1956 wird der Typ 012 mit dem nahezu identischen Typ 090 auf der Schiffswerft Postelwitz weiter gebaut; hier ist der Obaubau des Typ 012 in Metallbauweise ausgeführt. 

Ein Streckenboot des GR-35 mit Kennung "GB20" in Berlin-Rummelsburg auf der Spree Nähe der Oberbaumbrücke um 1963. (Privatarchiv des Verf.)

 

Technische Daten und Informationen: 

 

Gesamtlänge12,30 m
Gesamtbreite2,60 m
Gesamthöhe? m
Gesamttiefgang0,70 m
Einsatzgewicht7,30 t
Besatzung2
Höchstgeschwindigkeit 
20 km/h
Antriebsleistung1x 120 PS Dieselmotor Sachsenringwerk Zwickau Typ "SW-4" 

 

 

Kommandantenboot Baureihe "0072"

 

Anfang 1950 wird durch die neu gebildete HVS bei der Yachtwerft Berlin-Köpenick der Bau einer Serie mit der Bezeichnung „Kommandantenbooten“ beauftragt. Das neuartige Boot soll für Fahrten als Kurier-, Kontrollboot, aber auch zur Personenbeförderungen auf Flüssen und Küstengewässern einsetzbar sein. Schon Ende 1950 übergibt die Werft zehn dieser Boote mit der Werft-Projektnummer 004 an die HVS. Die robusten 9,50 m langen Boote werden mit einem Maybach-Benzinmotor Typ H 120 angetrieben. In der vorderen Plicht befindet sich der offene Steuerstand mit Platz für drei Personen. Dahinter befindet sich der Maschinenraum unter Deck und folgend eine Sitzgruppe mit Textilüberdeckung.  Der Signalmast hinter der vorderen Plicht lässt sich per Hand bis auf drei Meter ausfahren. Auf dieser Basis werden 1951 zusätzlich 16 Boote als Grenzkontroll- und Kurierboote ohne Bewaffnung für die DGP zur Nutzung auf den Binnengewässern mit der Werft-Projektnummer 0072 ausgeliefert. Vor Einführung eigener Boots- und Schiffstypen für die Grenzpolizei im Jahre 1951 werden seit der Übernahme der Sicherung und Kontrolle der Küstengewässer der DDR und der Dreimeilenzone am 07.01.1950 durch die DGP ausschließlich vor 1945 hergestellte Kontrollboote (Boots-/ Schiffskennzeichnungen "G1" - "G29") und ehem. Fischkutter (ca. 20 Stck.) genutzt. In der Bootsgruppe Dömitz sind z.B. sechs der "Kurier"-Boote zu Beginn der 1960er Jahre eingesetzt. Die Ausrüstung und Gerätschaften der Bootsabteilungen entspricht in der Regel denen der Grenzbereitschaften an den Landesgrenzen; sie sind in der Anfangszeit äußerst bescheiden, da die Verantwortlichen der jungen DDR den Aufbau der „Seepolizei“ bzw. „Volkpolizei See“ (der späteren "Volksmarine") favorisierten.

Kommandantenboot Typ "0072" der Bootsgruppe der 1. Grenzbrigade in Berlin. (Privatarchiv des Verf.)

 

Technische Daten und Informationen: 

 

Gesamtlänge9,50 m
Gesamtbreite2,32 m
Gesamthöhe? m
Gesamttiefgang0,68 m
Einsatzgewicht3,40 t
Besatzung3
Höchstgeschwindigkeit 24 km/h
Antriebsleistung1x 300 PS Benzinmotor Maybach Typ "H 120"

 

 
Motordingi MD-6 (Projekt 401)
 
In den Schiffs-/Bootsbeständen der 6.GBK wird nur ein Motordingi (6. GBG in Tarnewitz) geführt. 
 
 
Räumpinassen Typ "Schwalbe" (Projekt 595)
 
In den Jahren 1953 bis 1958 entstehen im "VEB Yachtwerft Berlin" 42 Stck. - und auf der "VEB Volkswerft Ernst Thälmann" in Brandenburg/Havel 6 Stck. ohne Bewaffnung für den Seehydrographischen Dienst - Räumpinassen vom Typ "Schwalbe". Als Bordbewaffnung war auf dem Vorderdeck eine halbautomatische 25-mm-Doppelafetten 2-M-3 (Schussweite gegen Luftziele bis 4km) mit elektro-hydraulischen Richtantriebe für Luft- und Wasserziele montiert. Neun der ursprünglich für die Volksmarine gebauten Boote werden zw. 1964-71 der 6.GBK mit zusätzlicher Installation einer 25-mm-Doppellafette auf dem Achterdeck überstellt. Dort wurden die Boote mit den Kennzeichnungen "G 17" - "G 19" und "G 31" - "G 36" bis zu Außerdienststellung in den Jahren 1971 bis 1973 geführt.

Räumpinasse "Schwalbe" (RPi) hier mit VM-Kennung "313" um 1963. Der Verfasser bittet um Mithilfe zur Abbildung eines RPi "Schwalbe" mit "G"-Kennung. (Fotoabbildung aus "Vom Küstenschutzboot zum Raketenschiff" des Militärverlag der DDR, 1986. - Privatarchiv des Verf.)

 

Technische Daten und Informationen:

Gesamtlänge28,78 m
Gesamtbreite4,40 m
Gesamtteifgang1,31 m
Besatzung 13
Verdrängung  83,9 t 
Höchstgeschwindigkeit 
11,3 kn
Reichweite  500 sm 
Antrieb2x 260 PS DM "6 NVD 26 A"
 
Die Räumpinassen "Schwalbe" waren kleine Backdeckboote mit langem Vorschiff. Der fast mittelschifffs angeordnete Aufbau umfaßt den Karten- und den Funkraum sowie den hochgesetzten Fahrstand. 
 
 
Torpedoschnellboot Typ "Forelle" (Projekt P-6) 
 
Im "VEB Roßlauer Schiffswerft" enstehen im Jahr 1957 9 Stck. (1958 weitere 5 Stck. und 1960 13 Stck.) Torpedoschnellboote "Forelle". Schon im Jahr 1961 erfolgt die Umrüstung auf Raketenbewaffnung. So wurden am 13. August 1963 zwei "Forellen" (Kennzeichnung "G 01" und "G 02") ohne Torpedobewaffnung an die GBK übergeben. Die Außerdienststellung beider Boote erfolgte am 10. Oktober 1965.
 
Der Verfasser bittet um Mithilfe zur Veröffentlichung eines Typenfotos - Danke!

Technische Daten und Informationen:

Gesamtlänge27,73 m
Gesamtbreite7,16 m
Gesamttiefgang1,05 m
Besatzung ?
Verdrängung  65 t 
Höchstgeschwindigkeit 
38 kn
Reichweite  ?
Antrieb20 KVD 25
 
 
Torpedoschnellboot (Projekt 183) 
 
Im Dezember 1967 erhält die GBK drei von 27 Stck. von der Sowjetunion zwischen den Jahren 1957-60 durch die Volksmarine übernommenen sogenannte "Holzpantoffel"; zweirohrigen 533 mm-Torpedoschnellboote vom Typ "Projekt 183". Als Bordbewaffnung sind zwei halbautomatische 25-mm-Doppellafetten 2-M-3 (Schussweite gegen Luftziele bis 4km) mit elektro-hydraulischen Richtantriebe für Luft- und Wasserziele montiert. Die Boote mit den Kennungen "G 81" - "G 83" (Bootsnamen: "Hans Beimler" / "Hanno Günther" / "Max Roscher") sind mit abgerüsteter Torpedobewaffnung und geschlossenem Kommandobrückenaufbau (Umbau in Wolgast) bis zum 25. Aoktober 1971 im Dienst der 6. GBK (6. EG der 4 GBA) und werden 1972 abgewrackt.

Torpedoschnellboot "183" mit Kennung "G81" in voller Fahrt - (Computeranimation mit freundlicher Genehmigung des Urhebers Dipl. Designer Eberhard Marx)
 
 

Torpedoschnellboot Typ 183 hier in Originalversion mit VM-Kennung "828" und schon mit neuer Funkmeßanlage "Reja" um 1964. (Fotoabbildung aus "Vom Küstenschutzboot zum Raketenschiff" des Militärverlag der DDR, 1986. - Privatarchiv des Verf.)

Technischer Riß eines von drei für die GBK umgebauten Torpedoschnellboot "183". Der Verfasser bittet um Ihre Mithilfe => Warum wurden in der GBK nur drei dieser Boote in der Zeit zwischen 1968-71 genutzt, und wo waren diese stationiert? (mit freundlicher Genehmigung des Urhebers Dipl. Designer Eberhard Marx)

 

Technische Daten und Informationen:

Gesamtlänge25,40 m
Gesamtbreite6,24 m
Gesamttiefgang1,24 m
Besatzung 14
Verdrängung  67 t 
Höchstgeschwindigkeit 
42,5 kn
Reichweite  988 sm 
Antrieb4x 120 PS 12 Zyl.-V-Motor W-2, (Weiterentwicklung des T-34-Panzermotor)
 
Das TS-Boot war als reines Gleitboot mit Sperrholz-Unterkonstruktion (acht wasserdichte Abteilungen) und doppeldiagonalen Kiefernplanken mit imprägnierten Leinengewebe-Zwischenlagen gefertigt.
 
 
Motorbarkasse 13 (Typ MB-13)
 
Die MB-13 werden 1971 außer Dienst gestellt; ihre Aufgabe übernehmen die Grenzkontrollboote Typ GB-23. 
  
 
Grenzkontrollboot Typ GB-23 "Bremse" (Projekt 1589) 
 

Im Sommer 1970 erprobt die Wasserschutzpolizei im Hafen von Stralsund und auf dem Sund ein neues Kontrollboot vom Typ "KB 23" mit der taktischen Nummer "WS-1". Dieses modern konstruierte Boot mit V-spantförmigen Rumpf, ist für Kontrollaufgaben und Einsätze auf den inneren Wasserstraßen und Seegewässern sowie für den Einsatz im Küstenbereich konzipiert. Dieser recht universell ausgeführte Bootstyp wird ab November 1971 bei den Grenztruppen der DDR als Grenzboot "GB 23" und - bauähnlich - als Kontrollboot beim Seefahrtsamt sowie etwas später bei der Wasserwirtschaftsdirektion und als Feuerlöschboot eingeführt. Auch wenn sich die GB-23 als äußerst zuverlässig erweisen, sind die eingebauten zwei Dieselmotore für den praktischen Einsatz zu schwach; die Boote erreichen eine max. Geschwindigkeit von nur 17 Knoten. Förmlich entspricht das Boot eher einer Motoryacht, denn einem militär-polizeilichen Gebrauchsboot. So verwunderte seine Herkunft wenig; im "VEB Yachtwerk Berlin" entstehen 1971/72 vierzehn Stck. Grenzschutzboote vom Typ "GSB 23". Zwölf Stck. der 23,0 m langen Boote gehen an die GBK (Kennungen "G 720" - "G 722" sowie "G 731" - "G 739") und zwei Stck. übernimmt das MfS. Die Boote der GBK werden insgesamt am 01.10.1990 (1990 noch mit der neuen Kennung "GS 21" u. "22" sowie "30" bis "39" für den neu aufgestellten „Grenzschutz der DDR“) außer Dienst gestellt. Zwei der Boote werden 1990 vom Bundesgrenzschutz übernommen aber später - wie die anderen Boote auch - ins Ausland (Jordanien, Tunesien und Malta) verkauft.

Grenzkontrollboot GB-23 (Kennung "G 34" am 27.11.1971 in Dienst gestellt) im Ostsee-Küstengewässer vor Tarnewitz. (Fotoabbildung aus einem Faltblatt "Redaktion anschaulicher Mittel" des Militärverlag der DDR. - Privatarchiv des Verf.)

Die "G 732" (Indienststellung als G-101 am 27. November 1971) wird 1992 mit vier weiteren GB-23 an Tunesien verkauft. Die Fotoabbildung zeigt das Boot unter tunesischer Flagge. (Abbildung mit freundlicher Genehmigung www.grenzfotos.de)

Technischer Riß eines Grenzkontrollboot GB-23 in der Ausführung als Grenzkontrollboot. (Quelle: "Modellbauplan" VEB Anker-Mechanik Eisfeld Werk VII Schönbrunn")

Frühe Führungsberechtigung (1972 ) für die Maschine im Gefechts-Abschnitt "GB23" und "Kutter SAS" im Wehrdienstausweis - WDA-Seite 32 - eines Obermaat der GBK mit Standort in Barhöft; 3.Bootsgruppe im GB-II. (Privatarchiv des Verf.)

 

Technische Daten und Informationen:

Gesamtlänge23,13 m
Gesamtbreite4,70 m
Gesamttiefgang1,48 m
Besatzung 6
Verdrängung37,83 t
Höchstgeschwindigkeit 
17 kn
Antrieb2x DM 6VD 18/15 HA-SWR mit je 365 kW
 
Der Bootskörper wurde in Stahl-Querspantenbauweise und das Deckshaus aus Leichtmetall hergestellt.   
 
 
Seeaufssichtsboot Typ "SAB 12" (Projekt 1109) 
 
Im "VEB Yachtwerft Berlin" entstehen zwischen 1976 und 1979 14 Stck. Seeaufsichtsboote vom Typ "SAB 12", die der GBK mit den Kennungen "G 641" - "G 654" zugeordnet worden aber durch das MfS benutzt wurden. Nach 1990 übernahm der Bundesgrenzschutz alle 14 Boote.

SAB-12 mit Wechsel-Kennung "G 80" des MfS im Warnemünder Hafen. (mit freundlicher Genehmigung der Privatsammlung C. Tiedemann)
 
 
Motorbarkasse Typ "MB 407" (Projekt 1106) 
 
Ab 1977 entstehen im "VEB Yachtwerft Berlin" 70 Stck. Motorbarkassen vom Typ "MB 407". Sechs dieser Boote werden 1979 in die Beständ der GBK mit den Kennungen "G 71" - "G 76" aufgenommen. Auf Grund seiner guten Stabilitätseigenschaften kann die Barkasse bei Windstärke "5" und Seestärke "4" sowie bei leichtem Eis eingestzt werden. Die Ausrüstung besteht unter anderem aus einem Leichtanker, einer Ankertrosse mit Kettenvorlauf, einem Deckenkugelkompaß und einer Peilscheibe, einer Kommandoanlage, einer Funkmeß- und Funkanlage im Steuerhaus und einem 100-W-Scheinwerfer auf dem Brückendach. Die Außerdienststellung erfolgt insgesamt am 01.10.1990. Alle Boote werden anschließend privat veräußert.

MB-407 im Küstengewässer. (Quelle: "Armeerundschau" Ausgabe Nr. 12, 1981) 
 

Technische Daten und Informationen:

Gesamtlänge14,50 m
Gesamtbreite3,90 m
Gesamttiefgang1,00 m
Besatzung 2 (zusätzlich können bis zu 45 Personen befördert werden)
Verdrängung17,50 t
Höchstgeschwindigkeit 
9,2 kn
Antrieb1x DM 6VD, 103 kW
 
 
 

GRENZSICHERUNGSSCHIFFE (für den Einsatz in Küsten- und Hafengewässern)  

(chronologisch geordnet) 

 

Küstenschutzboote Typ "Seekutter I" (Projekt 50)

In Abstimmung mit den Obersten Chef der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland - Marschall W.D. Sokolowski - erteilt die DVdI bei der Claus-Engelbrecht-Werft in Berlin (später VEB Yachtwerft Berlin) im September 1948 den Auftrag zur Entwicklung und den Bau von "26-Meter-Seekutter". Die geplanten 20 Küstenschutzboote sollte zukünftig im Küstenbereich U-Boote orten und bekämpfen. Der Bootstyp erhielt die Bezeichnung Sicherungskutter (SK-Boot) bzw. ab April 1951 Küstensicherungsboot (KS-Boot). Im Juni 1950 begannen die ersten Probefahrten des auf "Freundschaft" getauften ersten SK-Boots auf dem Berliner Müggelsee. Mit Indienststellung der ersten sechs Küstenschutzboote im zweiten Quartal 1951 werden der erste Marineverband der DDR - die 1. Räum- und Küstensicherungsdivision (Saßnitz) - aufgestellt. Entsprechend dem Befehl Nr. 19/51 des Chefs der HV Seepolizei nahmen am 19. November 1951 zwei R- und vier neue KS-Boote den "Operativen Küstensicherungsdienst zum Schutz der Seegrenze der DDR" zwischen der nördlichen Begrenzung der Insel Rügen bis zur Westansteuerung Swinemünde auf. Am 15. Juni 1952 werden der DGP durch das "VEB Yachtwerft Berlin" acht "Seekutter I" (Kennungen G 111, 112 - Hafen Stralsund, 121, 122 - Hafen Saßnitz, 131, 132 - Hafen Warnemünde und  141, 142 - Hafen Wismar) direkt übergeben. 1962 folgten zwölf weitere Seekutter durch Übergabe der VM an die GBK. Die Außerdienststellung dieses Typs bei der GBK erfolgt zwischen 1963 bis 1967. 

G 122 - eines von 8 KS-Boote Typ "Seekutter I" (als Antriebaggregate dienten drei Flugzeugmotoren der Junkers-Motorenbau Dessau) französische Panzermotoren), welches im Juni 1952 von der Seepolizei an die Grenzpolizei inkl. Besatzung übergeben wurde. Um die Boote auf die Erfordernisse des Grenzdienst auf See zu optimieren wurden die Boote 1959 auf der Werft in Rostock-Gehlsdorf modernisiert. Hierbei wurde die Brücke neu aufgebaut, eine Rundsicht-FuM-Anlage Typ „Sarnitza“ montiert, ein zusätzlicher 500 l-Trinkwasserbehälter installiert und die Bordbewaffnung auf 2x2 Fla-MG 12,7 mm Typ „DschK-2UK“ (ursprünglich zwei 20-mm-Flak 38) umgerüstet. 1962 wurden GBK nochmals 12 KS-Boote vom Typ „Seekutter“ der GBK überlassen, jedoch erfolgt bei diesen Booten keine Modernisierungsmaßnahmen mehr. "G 122" (KS-4 mit erste Nummer G 114) wurde am 01.07.1965 außer Dienst gestellt und 1965 abgewrackt. (Abbildung mit freundlicher Genehmigung der maritimen Privatsammlung K. Ottenbreit)  
 
 
Technische Daten und Informationen:
 
Gesamtlänge26,00 m
Gesamtbreite  ? m
Gesamttiefgang? m
Besatzung ?
Verdrängung65 t
Höchstgeschwindigkeit20 kn
Antrieb3x 6 Zyl. Jumo 204/D 400 kW bei 2.200 U/min
 
 
"Seekutter II" (Projekt 002)
 
Im Jahre 1951/52 entstehen 8 Stck. "Seekutter II" (Gesamtlänge von 27,8 m) im "VEB Yachtwerft Berlin", parallel 6 Stck. im "VEB Peenewerft Wolgast" für die VP-See/DGP. 1962 werden 6 Stck. weitere von der Volksmarine ausgemusterte "Seekutter II" von der GBK übernommen. Die Raumaufteilung des Typ II war vergleichbar mit dem "Seekutter I", der besondere Unterschied des Typ II lag im Bereich des Deckaufbaus und der Maschinenraumsanordnung, so hatte man hier durch Zusammenfassung aller Bedienelemente in einem zentralem Steuerpult eingeführt. Die Außerdienststellung dieses Typs bei der GBK erfolgt zwischen 1963 bis 1969. Einige der KS-Boote gingen ohne Bewaffnung zu Ausbildungszwecken an die GST.

Seitenriß und Deckplan des Seekutter Typ II in der Ausführungsvariante mit der schweizer Flak 2x 20-mm "Oerlikon"-Bewaffnung. (Darstellung aus "Marine Kalender der DDR 1981" des Militärverlag der DDR - Privatarchiv des Verf.) 
 

Technische Daten und Informationen:

Gesamtlänge27,60 m
Gesamtbreite4,80 m
Gesamttiefgang? m
Besatzung ?
Verdrängung  78 t 
Höchstgeschwindigkeit 
24 kn
Reichweite  ? sm 
Antrieb3x 6 Zyl. Jumo 205/D 400 kW bei 2.200 U/min
 
 
 
Zollkutter Typ "ZK 21" (Projekt 0088)
 
Im "VEB Yachtwerft Berlin" entstehen 1953 zwei Zollkutter (Kurzbezeichnung "ZK 21") mit einer Gesamtlänge von 21,60 m für die VP-See/DGP. Zur Außerdienststellung der beiden Schiffe mit den Kennzeichnungen "G 421" und "G 422" kommt es im Mai 1963.
 
Der Verfasser bittet um Mithilfe zur Veröffentlichung eines Typenfotos - Danke!
 
 
Reedeschutzschiff Typ "Delphin" (Projekt 0095)
 
Für die VP-See/DGP werden 1953/54 durch den "VEB Yachtwerft Berlin" zwanzig Hafen- / Reedeschutzschiffe vom Typ "Delphin" mit einer Gesamtlänge von 22,4 m erstellt. Als Bewaffnung war auf dem Vorschiff eine sowj. Einzellafette vom Typ "DschK 12,7-mm-Fla-MG" montiert. Ab September 1957 bis 1962 übernahm die GBK diese Schiffe vollständig. Die Fahrzeuge können ohne Veränderungen sofort im GD übernommen werden. Die Außerdienststellung erfolgt zw. 1964 bis 1969. Die drei letzten Grenzboote vom Typ "Delphin" werden auf Befehl des MfNV vom  25. April 1969 außer Dienst gestellt. Als Ersatz werden weitere U-Jäger Typ 201M und Torpedoschnellboote Typ 183 von der 6. Flottille der VM übergeben. 

Patrouillenboot Typ "Delphin" mit typischen flachen Brückenaufbau (Kennung "G 321") im Grenzdienst. (Fotoabbildung aus "Marine Kalender der DDR 1983" des Militärverlag der DDR. - Privatarchiv des Verf.)
 

Technische Daten und Informationen:

Gesamtlänge22,40 m
Gesamtbreite4,10 m
Gesamttiefgang1,30 m
Besatzung 10 + 12 Kursanten
Höchstgeschwindigkeit 16 kn 
Reichweite  500 sm
Verdrängung37,60 t
Antrieb2x 270 PS 4 NVD 26/A 
 
Der Bootskörper in Querspantensytem als Backdecker mit langem Vorschiff auf Rundspanten war durch 5 wasserdichte Querschotten in 6 wasserdichte Abteilungen unterteilt. 
  
 
 
Reedeschutzboot Typ "Tümmler" (Projekt 503 und 535)
 
Im "VEB Yachtwerft Berlin" entstehen 1954/56 zwölf Hafen- / Reedeschutzboote vom Typ "Tümmler", die zw. 1961/62 von der Volksmarine außer Dienst gestelten und unmittelbar von der GBK übernommen werden. Die Reedeschutzbooote vom Typ "Delphin" und "Tümmler" waren annähernd gleich (Raumaufteilung in sechs Abteilungen). Die "Delphine" hatten oben offene, flache Brückenaufbauten, während diese bei den "Tümmlern" höher gesetzt und oben geschlossen waren. In der Achterpiek (Heck bis Spant 6) befanden sich hauptsächlich das Rudergeschirr, die Abgasschalldämpfer sowie der Trinkwasserbehälter. Das Achterdeck war als freies Arbeitsdeck mit umlegbarer Seereling ausgestattet. Der Manschaftswaschraum, die Kombüse und die Messe wurden zwischen den Spanten 6 bis 20 angeordnet. Zwischen den Schotten (Spanten 20-34) lag der Maschinenraum mit den beiden Aggregaten, Treibstoffbehälter, E-Schaltanlagen, Fahrstandtafeln, Werkbank und Batterieschränken. Die beiden 1.000l Treibstoffbunker lagen zwischen den Spanten 31-34. An die Kommandanten- und Uffz.-Kammer (Spanten 34-40) schloß sich im Vorschiff die Unterkunft der Mannschaften an. Die Vorpiek diente der Aufbewahrung der 60m langen Ankerkette. Das Deckshaus mit Vorbau nahm den Ruderstand einschließlich Magnetkompaß, den Karten- und Funkraum auf hier befand sich die 15W-Sende- und Empfangsanlage (Typ SEG 15). Zusätzlich gehörten zur Brücke der Scheinwerfer, zwei Maschinentelegraphen, die Nachtsicht- und die Nebelanlage. Das achtere Kajütendach nahm zwei Entlüfter für Kombüse und WC, zwei Bootshaken und zwei Rettungsboote auf. Ein Peilkompaß, zwei Signalflaggenkästen, der Mast mit Gaffel, Funkantenne, Signalrah, Topplicht, zwei Dampflaternen und das Nebelhorn waren in diesem Bereich ebenfalls untergebracht. Der große 250W-Scheinwerfer konnte vom Leitstand aus bedient werden. Zum Flugabwehrschutz waren je eine 12,7mm Flak-MG-DschK Doppellafetten (auf Delphin nur eine Einzellafette auf dem Vorschiff) im Vor- und Achterschiff montiert. Zur Außerdienststellung aller Boote dieses Typs kam es zwischen 1963 und 30. Oktober 1965. GST-Seesportstützpunkte übernahmen nach der Außerdienststellung der Typen "Delphin" und "Tümmler" zur Ausbildung junger Seeleute dankbar einige dieser Fahrzeuge, so z.B. der GST-Marineklub "Albin Köbis".

Patrouillenboot Typ "Tümmler" mit typischen hoch gestzten und nach oben geschlossenen Brückenaufbau (VM-Kennung "021") an der Pier mit einem weiteren "Tümmler". (Fotoabbildung aus "Marine Kalender der DDR 1983" des Militärverlag der DDR. - Privatarchiv des Verf.) 
 

Technische Daten und Informationen:

Gesamtlänge22,63 m
Gesamtbreite4,40 m
Gesamttiefgang1,29 m
Besatzung 6-7
Höchstgeschwindigkeit  11 kn 
Reichweite  550 sm 
Verdrängung38,40 t
Antrieb2x 120 PS IFA-Horch EM-6-20
 
Der Bootskörper in Querspantensytem als Backdecker mit langem Vorschiff auf Rundspanten war durch 5 wasserdichte Querschotten in 6 wasserdichte Abteilungen unterteilt. 
 
 
Grenzkutter Typ "SAS" 
 
Durch Zuckerverkauf an Westdeutschland wurde Ostdeutschland 11 Stck. 21,0 m lange Fischkutter der "Kremer Werft" aus Elmshorn mit Baujahr 1945-57 überlassen. Wegen der Zuckerlieferung erhielten die Fischkutter auch prompt den Spitznamen "Zuckerkutter". Anfänglich wurden diese Kutter im "VEB Fischkombinat Saßnitz" eingesetzt. Die voranschreitenden Fang- und Verarbeitungstechnologie sowei der erhöhte Bedarf an gekühlter Ladekapazität  ließen größere und moderneere Frosttrawler zur Mitte der 1960´er Jahre in der DDR-Fischfangindustrie einziehen.  1967 erfolgte der Umbau (Brückenhaus, Mast und neuer Dieselmotor) von sieben dieser Kutter (Kennzeichnungen "G 91" - "G 97") für den Dienst in der GBK (Hafen Tarnewitz). Das Schiff "G 97" wurde bereits 1976 ausser Dienst gestellt und verschrottet. Die restlichen Außerdienststellung - außer "G 94" - erfolgt 1985 bzw. 1988. Allerdings wurden diese Kutter in den letzten Dienstjahren in der GBK nicht mehr für den operativen Grenzdienst eingesetzt, sondern wurden als schwimmende Kontrollpunkte genutzt. Die "G 94" kam hierbei 1988 an die Fischerei-Produktionsgenossenschaft Warnemünde unter der Kennung "WAR 50" und wurde 1990 nach Harlem (Niederlande) privat weiter verkauft.
 
Aus der Erinnerung eines Wehrdienstleistenden (Obermatrose) auf "G 91":
 
"…Ich war von 1965 -66 im Grenzausbildungsbataillon in Kühlungsborn. Danach auf einen der Grenzkutter der Grenzbrigade Küste mit Unterbringungen in Freest, Greifswald , Gager Sassnitz. Unsere Grenzkutter waren schon ab 1965 noch ohne Modernisierung vom Fisch- zum Grenzkutter in Dienst gestellt. Meine Aufgaben auf den Boot waren Kontrollen, als Mascinist die Antriebsanlage zu pflegen und zu warten und als Koch die 6-7 Mann Besatzung zu verpflegen. Unsere Besatzungsaufgabe auf der „G 91“ war die Sicherung der seeseitigen Linie Peenemünde -- Ruden –Thiessow. Wir lagen auf dieser Linie in den Fahrstraßen zu den Hafenzufahrten vor Anker Es wurden die auslaufenden Fischkutter , Sportboote von uns kontrolliert; d.h. Dokumentenkontrollen von Schiffspapiere, Stempeleintrag in den Pässen bzw. in den Papieren der Kutterbesatzungen, Kontrolle auf Vollständigkeit der Besatzung sowie Presserzeugnisse oder sonstigen Banalitäten. Wir hatten parallel zu beobachten und Funkkontakt zu halten bzw. Meldungen an die Grenztürme über Vorkommnisse bzw. der allgemeine Lage zu machen. Die Bootsbesatzungen hatten eine Woche Dienst und eine Woche freien Wachdienst in den Grenzkompanien. Bei Sturm oder schweren Seegang waren wir in den Häfen Freest, Greifswald- Wiek, Gager Sassnitz untergebracht. Unser Wachdienst war in 4-4-4 Stunden (offiziell) - oder inoffiziell 12-12-12 Stunden – eingeteilt. Die Bootsbesatz bestand aus der Besatzung und dem Kommandanten (Stb.-Obermstr.), Steuermann (Stb.-Mstr.) sowie Obermaschinist(Maat, Ob.-Matr.). Diese fanden in der Kpt.-Kajüte (3 Schlafplätze) und die Besatzung in der Vorderkajüte (4 Personen) Platz. Es gab einen Kohleherd zum Kochen, Generator auf dem Deck (neben der Fischluke) zum Laden der Batterien. Die ehemaligen Fischkammer war nicht ausgebaut, darin befand sich ein Kühltruhe mit Eis bestückt sowie die persönlichen Sachen der Besatzung: Seesack, Ölzeug, Material für Havarien. Soweit ich mich erinnere bestand der Antrieb aus einen 6 Zyl.-Diesel aus DDR Produktion. Die Funkstation war eine relativ einfache Ausführung sowjetischer Bauart. Die Winsch zum Heben des Ankers war noch die alte Winsch um die Fischer-Netze einzuholen. Hinter der Brücke (Fahrstand) war eine Waffenkammer (verschließbarer massiver Blechschrank) bestückt mit 1 oder 2 MP, Pistolen und ein LMG (…) Die Führung unserer Gruppe wurde ein Kapitänleutnant aus Peenemünde/Sassnitz wahrgenommen…“  

Graphische Steuerbordansicht des Grenzkutter Typ "SAS" mit taktischer Kennung "G 65" (ehemals "G 96") (Abbildung aus "Vom Küstenschutzboot zum Raketenschiff" des Militärverlag der DDR, 1986. - Privatarchiv des Verf.)
 

Technische Daten und Informationen:

Gesamtlänge21,00 m
Gesamtbreite5,50 m
Gesamttiefgang2,80 m
Besatzung 
Verdrängung 90,00 t 
Höchstgeschwindigkeit 
11 kn
Antrieb1x 150 PS DM "4 NVD 36"
  
 
 
U-Jäger (Projekt 201 M) 
 
Ende der 1950er Jahre erhielt die Volksmarine zwölf sowjetische U-Jäger Projekt "201 M" aus der Schiffswerft Selenodolsk. Als Bordbewaffnung waren zwei halbautomatische 25-mm-Doppelafetten 2-M-3 (Schussweite gegen Luftziele bis 4km) mit elektro-hydraulischen Richtantriebe für Luft- und Wasserziele montiert. 1965/66 werden die Schiffe aus den Beständen der Volksmarine an die GBK übergeben. Hier stehen alle 12 U-Bootjäger bis 1971-1975 mit den Kennungen "G 15" - "G 17" und "G"41" - "G 43" (die unten stehende Abbildung beweist etwas anderes; der Verfasser bittet um Mithilfe!) im Dienst und sollen schließlich abgewrackt werden. In der Veröffentlichung "Grenzbrigade Küste" von Dieter Lede ist hierzu etwas anderes zu lesen. Hiernach sollen die U-Jäger 1972 in mehren Etappen an die 4. Flottille weitergeben worden sein; der Verfasser bittet um Mithilfe!

Sogenannter "T-34 zur See", ein U-Jäger "201 M" der Grenzbrigade Küste (Kennung "G 64"), sehr wahrscheinlich zeigt die Abbildung das Einlaufen an der Mole des Hafens "Hohe Düne" bei Warnemünde. Im Vorschiff sind die montierten 4x5 Wasserbombenwerfer RBU-1200 (mögliche U-Bootabwehr bis 1,2km) sowie - auf dem Achterdeck - die beidseitigen Wasserbomben-Ablaufgerüste erkennbar. (Fotoabbildung aus "Vom Küstenschutzboot zum Raketenschiff" des Militärverlag der DDR, 1986. - Privatarchiv des Verf.) 
 

Technische Daten und Informationen:

Gesamtlänge42,20 m
Gesamtbreite6,08 m
Gesamttiefgang1,90 m
Besatzung 24
Verdrängung  215 t 
Höchstgeschwindigkeit 
28 kn
Reichweite  1.500 sm 
Antrieb1x 1.800 PS 12 Zyl. Zweitakt-V-Motor 30D 
 
 
 
Minensuch- und -räumschiff (Projekt 89.1) 
 
Als eines der bekanntesten Fahrzeuge der 6.GBK gelten die MSR-Schiffe "Projekt 89.1". Ab Mai 1969 erfolgt die in Dienststellung der auf der "Peene-Werft" in Wolgast - allerdings nicht für die GBK, sondern für die VM - gebauten 21 Stck. MSR "Projekt 89.1" bis 1970. Aufgrund der rasanten Entwicklung der Seeminentransporttechnik und -verlegetechnik bei der NATO ist eine Modernisierung der Minenabwehrkräfte in der VM unausweichlich. 1965 beginnt die Projektierung und der Bau des neuen MSR-Schifftyps. Am 30. Oktober 1968 erfolgt die ersten Erprobungen auf See. Im Truppendienst erweist sich die Luftabwehrbewaffnung und die Minenortungsanlage als unzureichend aus so entwickelt man noch Ende der 1960`er Jahre eine Modellverbesserung mit der Bezeichnung "Projekt 89.2". Das neue Schiff wächst um ca. 4,5 meter in der Länge und ca 1 Meter in der Breite. Die zwei äußerst zuverlässigen V-12 Hautmaschinen vom Typ D 40 aus Woroschilowgrad finden sich auch im neuen Schiffstyp wieder. Diese leistungsstarken sowjetischen Dieselmotoren werden übrigens auch in den Dieselloks der erfolgreichen Baureihe 220 und 232 der Deutschen Reichsbahn verwendet. Mit Indienststellung der MSR "Projekt 89.2" von 1969/70 werden sämtliche bis dahin noch bei der VM im Einsatz befindlichen Minenleg- und Räumschiffe abgelöst.
 
Ab Dezember 1971 werden bis März 1973 in vier Etappen insgesamt 18 Stck. der ersten MSR-Baureihe an die GBK mit den Kennungen "G 11" bis "G 16", "G 21" bis "G 26" und "G 41" bis "G 46" mit leichten Umbauten (z.B. Demontage der Minenräumanlagen und -geräte) an drei Grenzschiffsabteilungen in Sassnitz (1. GSA) und Warnemünde (2. und 4. GSA) übergeben. Im Frühjahr 1972 erfolgt erstmals der Einsatz einer MSR der 1. GSA im Vorpostendienst. Nach vollständiger Aufnahme aller 18 MSR erfolgt im Dezember 1974 eine Änderung der Kennung. Auf Anordnung 19/74 des Chefs der 6. GBK vom 18. Oktober 1974 wird eine weitere Änderung der Schiffskennung auf "G 411" - "G 416", "G 421" - "G 426" und "G 441" - "G 446" durchgeführt. Im Rahmen der Umwandlung der GT in den "DDR-Grenzschutz" im Jahre 1990 werden die Bordnummern von "G" auf "GS" ein letztes Mal in der DDR ausgeführt. Die MSR erhielten 1990 die neuen Kennungen für den "Grenzschutz der DDR" => "GS 01" - "GS 07", "GS 09", "GS 412", "GS 413", "GS 416", "GS 421", "GS 424" -"GS 426", "GS 444" und "GS 446". Die Außerdienststellung von MSR-Sichiffen innerhalb der GBK erfolgte in den Jahren 1989 und 1990 in drei Etappen, dabei werden " G 413" , "G 424" und "G 444" im Jahre 1989 sowie "G 412" , "G 416", "G 421", "G 425", "G 426" und "G 446" aus dem Bestand genommen.
 
Bis zur GBK-Auflösung am 2. Oktober 1990 sind  noch 9 Stck. MSR in der GBK im Dienst. Drei Fahrzeuge übernimmt der BGS See dauerhaft in der 3. Flottille (Standort "Hohe Düne") mit den Kennungen "BG 31" (ehemals "G 443"), "BG 32" (ehemals "G 445") sowie "BG 33" (ehemals "G 415"). Die restlichen sechs Fahrzeuge werden 1992 an Tunesien und Malta verkauft.

Eine sogenannter "T-34 zur See"; ein Minensuch- und Räumschiff "MSR -Projekt 89.1" der "Peenewerft Wolgast". Erstmalige Indienststellung bei der VM i.d. Jahren 1969/70. Hier im graphischen Steuerbordriss der GBK mit taktischer Nr. "G 445"; die "Kühlungsborn" der 4. GSA in Warnemünde lief ab 1990 unter BG 32 beim BGS See. (Fotoabbildung aus "Vom Küstenschutzboot zum Raketenschiff" des Militärverlag der DDR, 1986. - Privatarchiv des Verf.)
 

Die "Malchin G 441" wird am 1. Dezember 1971 von der GBK übernommen. 1992 wird das Schiff als Küstenpatrouillenschiff  an Tunesien mit dem Namen "Ras Ajdir" verkauft; hier ein Foto bei der Überfahrt nach Tunesien im Nord-Ostsee-Kanal. (Abbildung mit freundlicher Genehmigung www.grenzfotos.de)
 

Technische Daten und Informationen:

Gesamtlänge51,91 m
Gesamtbreite7,13 m
Gesamttiefgang2,30 m
Besatzung 24
Verdrängung  339,0 t 
Höchstgeschwindigkeit 
20,0 kn
Reichweite  1.900 sm 
Antrieb2x 40 DM, 2.942 kW
 
 
Grenzsicherungsboot Projekt 410 
 
Um 1979 entstand in der Peene-Werft in Wolgast eine Studie für ein neuartiges Grenzsicherungsboot, welches im Falle eines Mobilierungsfalls die schnelle Montage von zwei Minenschienen / Wasserbombenabrollgerüst auf dem Oberdeck - als Hilfsminensucher - möglich machen sollte; damit konnte das neue GSB auch als Minenleger oder U-Boot-Jäger eingesetzt werden. Neben der Standardbewaffnung mit der sowjetischen 23-mm-Zwillingswaffe ZU-23 war eine 4-fach-Startanlage FAST 4 "Fliegerfaust" vorgesehen. Achtern war eine Slipwann für ein 6,8m langes Beiboot integriert. Aus ökonomischen Gründen wurde dieses Grenzbootprojekt neben den parallelen Projekten für Küstenwachboote Projekt 422 und 155 immer wieder verschoben und schließlich nicht mehr realisiert. 

Kolorierte Rsszeichnung des Projekts 410. (Abbildung mit freundlicher Genehmigung der maritimen Privatsammlung R. Zschoch)  

 

Technische Daten und Informationen:

Gesamtlänge39,20 m
Gesamtbreite6,50 m
Gesamttiefgang2,00 m
Besatzung (?)
Verdrängung  245,0 t 
Höchstgeschwindigkeit 
20,0 kn
Reichweite  (?) 
Antrieb(?) 
 

Quelle:

- Ministerium f. Nationale Verteildigung "DV-45/45" - 1968

- "Marine Kalender der DDR 1983", Militärverlag der DDR, Berlin - 1982

- "Vom Küstenschutzboot zum Raketenschiff", Militärverlag der DDR, Berlin - 1986

- Schiffswerft Rechlin GmbH Werbeprospekt "9.0m Patrouillenboot" - 1991

- Ralph-Ingo Unger "Grenzbrigade Küste", Militärverlag Berlin - 2011

- Manfred Röseberg "Schiffe und Boote der Volksmarine der DDR", Ingo Koch Verlag in Rostock - 2002

- Knut Schäfer "Typenkompass - DDR Volksmarine", Motorbuch Verlag, Stuttgart - 2013

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