GRENZAUSBILDUNGSREGIMENT- 5 "Gustav Sobottka", Glöwen (Bez. Schwerin)

(Dislozierungen um 1985)

  

Ort der Unterkunft:

2903 Glöwen, An der Eiche, PF 42601, Siegelcode 915

Der Ehrenname "Gustav Sobottka" wird dem TT am 1. März 1975 verliehen.

 

Kommandeure:

Oberst Ziegenbein

Oberst Bandemeer

Oberst Kanthack (?)

Oberst Heinz Janshen (Herbst 1976 - 1Herbst 979)

Oberst Kurt Patzer (01.11.1982 - August 1989)  

 

Erinnerungskarte GAR-5 in Glöwen (Fotokarte mitte unten; die Figurengruppe zeigt ein Mahnmal des Außenlager KZ Sachsenhausen in Glöwen). Rechts das große Siegel (d=38mm) des GAR-5. (Privatarchiv d. Verf.) 

 

  • Stabskompanie
  • 1.-6. Ausbildungskompanie in Glöwen (Ausbildungsregiment)
  • 7.-9. Ausbildungskompanie in Potsdam (Ausbildungsbataillon), Heinrich Mann Allee, PF 88808, Siegelcode 968 

 

Im Jahr 1958 übernahmen die Infanterieschulen I u. II der NVA in Glöwen die politische und militärische Heranbildung von Unteroffizieren und der Offiziere der DGP, um den entstandenen Bedarf an hochqualifizierten Kader zu decken. Mit Auflösung des GR-7 (1961-1971) aufgrund der Kommando-Umstrukturierung wird am 8. März 1971 das Ausbildungsbataillon-7 dem Kommandeur des GAR-5 übergeben. Mit Bildung der OHS und US-VI wurde der Standort Glöwen als Kaderausbildungsstandort aufgegeben und 1973 ein GAR am Standort neu aufgestellt.

Von Anfang wurde die 1.-4. GAK mit je 16 Stck. ungarische Schützenpanzerwagen Typ PSH (je 5 Stck. Schützenpanzerwagen standen den GAK ohne Munition als Lehrgefechtsfahrzeuge unmittelbar zur Verfügung, 11 Stck. der PSH standen im Regimentsfahrzeugpark gefechtsbereit) ausgerüstet. Zusätzlich standen je ein PSH (Einführung in den GT im Jahre 1970) für den Regimentskommandeur und für den Stabschef fertig aufmunitioniert sowie ein weiteres Lehrgefechtsfahrzeug als Nachrichtenzentrale der Stabskompanie bereit. Die PSH-Fahrzeuge wiederum waren in den regulären GT-Regimentern nur im GKM - also um Berlin - disloziert. Die 5. und 6. GAK in Glöwen waren Kfz.-Einheiten. Bei der 7.-9 GAK in Potsdam (ca. 110 km von Glöwen entfern) waren 48 Stck. des sowjetische SPW Typ 60PB stationiert. In Glöwen gab es auf der Basis 60PB nur ein Fahrzeug (Spezialausführung Nachrichten).

1983 wurde die 13. und 14. Uffz.-Ausbildungskompanie für die UOS-Perleberg und eine nahezu eigenständige Artilleriebatterie mit 85mm PAK/SD44 (inkl. 6 Stck. Zugfahrzeuge MT-LB) und einem PSH als Lehrgefechtsfahrzeug neu installiert. Ab 1986 wurde eine vierte Kompanie - die 6. GAK - von Glöwen nach Potsdam verlegt. Unabhängig von den Truppenreglementierungen der Alliierten für das GKM, konnte die Dienststelle des GAR-5 in Potsdam als Einheit der GKN sein Truppenkontingent erweitern. So entwickelte sich unweit der Kirche in der Heinrich Mann Allee in Potsdam auf einem ehemaligen Klinikumgelände der Bataillonsstandort des GKN im Bereich des GKM. Die Aufmunitionierung der Lehrgefechtsfahrzeuge war fertig gegurtet auf LKW des RML (Regimentsmunitionslager) verladen. Das Aufmunitionieren der Lehrgefechtsfahrzeuge gehörte zum Ausbildungsinhalt und wurde häufig geübt; innerhalb von max. 60 min war die Gefechtsbereitschaft hergestellt. Im Falle der militärischen Auseinandersetzung der DDR sollte übrigens das gesamte GAR-5 als sogenannte "Ministerreserve" unverzüglich aus den GT-Bestand in die Truppenteile des MfNV unterstellt werden. Die Mot.-Schutzenausbildung stand bei den Ausbildungseinheiten des GAR-5 im Vordergrund.

Währen der Einsetzung des Kriegsrechts in der VR Polen in den Jahren 1981-83 wurde das GAR-5 übrigens zum Schutz der Ostgrenze der DDR - bis auf ein Reservekontigent - nach Frankfurt/Oder verlegt. Die Verlegung erfolgte aus logistischen Gründen per Eisenbahn-Militärtransporte. Zur Umgliederung des GKN in das "Grenzbezirkskommando-1" (Schwerin) wurde das GAR-5 und -7 im August 1989 als "Grenzausbildungszentrum" nach Schwerin verlegt. Die Gebäude des GAR-5 wurde zum Juli 1989 durch das Mot.-Schützenausbildungsregiment 31 der NVA (zum Ausbildungszentrum 19 in Burg gehörend) und durch durch das Funk- und Funktechnische Aufklärungsbataillon 5 (dem Chef der Aufklärung d. MB-5 Neubrandenburg unterstellt) genutzt. Später folgte das BW-Jägerbataillon-1.  => Weiterführende und detailierte Angaben zum GAR-5 finden Sie auf der Web-Seite: www.repage.de/member/stabseinheiten-gar-5 von Herrn Michael Jahr.

Ehrenmal des Antifaschisten und Verdienten Bergmann der DDR Gustav Sobottka auf dem Gelände des GAR-5 in Glöwen. Hinter dem Denkmal erstreckt sich der Exzerzierplatz. Rechts ist das zweigeschossige Haus "9" mit den markanten Dachgauben zu sehen; hier waren Teile der 5. Kfz-ABK untergebracht. Im Bildhintergrund links ist der Kfz-Park mit Tankstelle zu erkennen.  (Privatarchiv d. Verf.) 

Hauptzugang (KDP 1) des GAR-5 (Personenzugang und Pkw-Einfahrt mit Sondergenehmigung) in Glöwen. Links vom Eingangsportal die ehem. Wachstube und rechts OvD-Dienstzimmer. (Mit freundlicher Genehmigung der Privatsammlung M. Jahr) 

Hinweis eines Ofw. und Gfr. des GAR-5 => „Abbildung Gebäudeteil des GAR-5 zur Speisesaalnutzung (mit Küche), ab 1982 wurde dieser Gebäudeteil als Kultur- bzw. Klubhaus genutzt. Der linke EG-Zugang und die kleinen Fenster oben links am Giebel gehören zu den Technikräumen für die Kinoanlage. Der Gebäudetrakt war in U-Form angelegt. Am rechten hinteren Rand setzt sich das Gebäude fort. Dort waren die Poststelle, MHO usw. untergebracht. Im weiteren Gebäudeversatz folgten die Räume der "Verwaltung 2000", der OvD, KDP, des Wachhabenden, der Wache, Zellen, und weiter schlossen sich dann die Zimmer des Stabes an. In dem Innenhof des Gebäudekomplexes war eine kleine Parkanlage und der Platz für die Vergatterung der 24h Dienste - Wache etc.- eingerichtet". (Privatarchiv d. Verf.)

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